Eine Bandgründung ist meist keine einfache Sache. Viele Fallstricke lauern auf der Suche nach den richtigen Mitmusikern. Da ich inzwischen einige Erfahrung habe und gerade auch alle Höhen und vor allem Tiefen durchmache, will ich hier ein paar Tipps dafür geben.
Wo finde ich Musiker?
Als erstes sollte man schauen, ob es Stadtmagazine gibt. Der zweite Anlaufpunkt wäre der örtliche Musikladen. Dort ist meist auch ein Schwarzes Brett vorhanden. Nicht zu vernachlässigen, je nach Stadt ist das Internet. Hier bieten sich lokale Musikerforen an. Überregionale gehen zwar auch, bieten aber nicht so eine hohe Erfolgsquote, gerade wenn man nicht in einer Großstadt wohnt.
Was muss in die Suchanzeige?
Die Suchanzeige ist äußerst wichtig. Sie entscheidet darüber, wer sich meldet und welche Erwartungen jemand hat. Daher gilt hier, möglichst kurz, aber auch möglichst alles Wichtige drin haben. Hier einmal ein paar Vorschläge:
1. Wer ihr seid, wie alt
2. Was ihr für Musik machen wollt.
3. Das Spielniveau. Wenn ihr Anfänger seid, dann ist es wahrscheinlich nicht gut, wenn ihr direkt mit Profis spielen wollt. Also was könnt ihr und was verlangt ihr an Können von den Anderen.
4. Was ihr erreichen wollt. Wollt ihr nur Spaß haben, ein paar Auftritte, oder direkt an die Spitze der Charts. Danach richtet sich auch die Motivation, die Einstellung und der Aufwand der betrieben werden muss. Wenn einer in die Charts will und alles professionell und der Rest will eigentlich nur Spaß haben und ein paar Gigs spielen, dann geht der Spaß auf beiden Seiten schnell flöten.
5. Wie ernst nehmt ihr die Sache? Steht in engem Zusammenhang mit dem Punkt 4. Für ehrgeizige Ziele benötigt man auch entsprechend zuverlässige Leute.
6. Cover? Wichtig zu wissen ist auch, ob ihr Covern wollt, oder eigene Stücke schreiben.
7. Proberaum/Proben: Gibt es einen Proberaum, wie ist der ausgestattet, wo liegt er und wie oft probt ihr, bzw. wie oft wollt ihr Proben.
Jemand meldet sich und dann?
Ihr habt die Suchanzeige formuliert und an allen bekannten Stellen aufgehangen, aufgegeben und ins Forum gepostet. Das Emailpostfach läuft über vor Bewerbungen. Was nun? Am besten ist es, sich erst an einem neutralen Ort, ein Café oder einer Kneipe zu treffen und sich dann genauer über die Ziele, Wünsche Vorstellungen zu unterhalten. So können eventuelle Missverständnisse ausgeräumt werden und man sieht schonmal was man für einen Charakter vor sich hat. Falls man merkt, dass durch die Anzeige Missverständnisse auftauchen, kann man danach diese auch noch anpassen.
Wenn man sich nicht sicher ist und vielleicht doch eher ein ungutes Gefühl, oder eben es ist direkt klar geworden die Vorstellungen laufen auseinander, dann direkt absagen und sich einvernehmlich trennen. Ein Versuch, obwohl es nicht ganz passt geht nach meiner Erfahrung meistens in die Hose und eine spätere Trennung ist schwieriger. Notfalls nochmal drüber schlafen und sagen, man melde sich. Dann aber auch wirklich zeitnah melden!
Vielleicht noch kurz dazu, warum nicht direkt in den Proberaum einladen. Im Proberaum gibt es meist eine Eigendynamik. Man spielt ein wenig zusammen und vielleicht macht es auch Spaß. Dabei werden aber die Differenzen, die dabei auftreten meist nicht zur Sprache gebracht. Ich hatte mal den Fall, da kam ein Keyboarder. In der Anzeige stand, “Hardrock Band”. Nun sagte der mitten in der Probe, dass ihm verzerrte Gitarren nicht gefallen würden. Nun, für diese Musikrichtung irgendwie nicht so die richtige Einstellung. Am Ende der Probe haben wir noch eine Akustik Jamsession gemacht und ein paar bekannte Songs gespielt und alles lief wunderbar. Der Typ is dann weg, wollte nochmal wiederkommen alles super. Als wir wieder aus unserem Traum erwachten, haben wir uns gefragt, warum wir noch zustimmten, als er wiederkommen wollte. Die Stimmung war einfach zu postitiv um eine schlechte Nachricht zu überbringen. Gut, er kam zwar von sich aus nie wieder, aber das kann schonmal nach hinten losgehen. In einem anderen Fall haben wir es hinbekommen. Das lag aber daran, dass der Kandidat einfach nicht spielen konnte und es daher auch einfach nicht anders ging. Mit einem Vorgesrpäch hätte man dann die für ihn vielleicht etwas peinliche Situation vermeiden können.
Das Vorgespräch ist gut gelaufen und ihr ladet den Kandidaten zur Probe ein.
Hier habe ich noch keine beste Methode gefunden glaube ich. Als sinnvoll sehe ich eine Aufnahme des gespielten an, da man sich das dann hinterher zusammen in Ruhe anhören kann. Meist nimmt man das dann anders wahr als wenn man mitten im “Gefecht” ist.
Neben dem Spielen selbst, solltet ihr noch auf das Verhalten achten. Mir ist schon passiert, dass jemand praktisch sofort die Band übernommen hat und gnadenlos nach vorne Preschte. Ob das jetzt einem Gefällt muss jeder selbst wissen, aber das kann schon sehr anstrengend sein und eventuell auch auf unterschiedlichen Zielen basieren.
Soviel erstmal dazu. Wem noch was einfällt kann dies gerne in die Kommentare schreiben.
Number of View :66
Tags: bandgründung,
bands,
Musik,
musikersuche